Berichte SK Mannheim ◂ 1 Ergebnisse

SV Hockenheim IV - SK Mannheim I 1,0:7,0

Ein Bericht von Raimo Vollstädt.

Mit gemischten Gefühlen reiste die erste Mannschaft des SK Mannheim nach Hockenheim, weiß man doch nie, welche Spieler ein solch großer Verein ans Brett bringt. Nominell sollten wir Favorit sein, taten uns aber in dieser Saison auch gegen andere Mannschaften manchmal schwer. Was wir dann in Hockenheim erwarteten, ließ jedoch einen kurzen – vor allem aber erfolgreichen – 7. Spieltag in der Bereichsliga Nord 1 erwarten. Die Rennstädter hatten an diesem Spieltag nach eigener Aussage mit 18 (!) Absagen zu kämpfen, was nicht nur darin resultierte, dass deren 6. Mannschaft gar nicht erst antrat, sondern dass auch in der Vierten bis auf die ersten beiden Bretter keine ernst zu nehmenden Gegner(-innen) den Mannheimer(-innen) gegenüber saßen. Daher ist aber unbedingt lobenswert zu erwähnen, dass die Hockenheimer unter diesen Voraussetzungen zumindest alle acht Bretter besetzen konnten.
Den kürzesten Arbeitstag hatte an Brett 4 Mannschaftsführer Raimo Vollstädt, dessen Gegner sich bereits nach gut einer Stunde nach 16 Zügen bei noch komplett vollem Brett die Dame einfangen lies.
Kurz darauf akzeptierte am Spitzenbrett Horst Schmidt das Remisangebot von Prof. Dr. Straub. Der Leiter des Organisch-Chemischen Institutes der Universität Heidelberg könnte als aktueller Remiskönig in die Annalen des Mannheimer Schachbezirkes eingehen, teilte er doch in den letzten beiden Spielzeiten von seinen bislang 16 Partien 13 Mal den Punkt.
Es dauerte kaum länger, dass Jana Basovskiy an Brett 7 einen ihrer Mehrbauer in eine neue Dame verwandelte. Wie das halt bei noch DWZ-losen Kindern so ist, Matt setzen musste Jana ihren Gegner natürlich noch. War jetzt nicht wirklich schwierig.
Peter Kilthau erhöhte am 6. Brett das Mannheimer Punktekonto fleißig weiter. In einer beiderseits offenen Stellung hatte Peter durch eine Läufer-Dame-Diagonale immer eine Mattdrohung in petto, die der Hockenheimer Jugendspieler mit seiner Dame abdeckte. Wahrscheinlich bestand die Drohung einfach zu lange und geriet in Vergessenheit, als der Rennstädter seine Dame einzügig vom rettenden Feld wegbewegte – Matt auf dem Fuße.
Unser, erstmals in dieser Saison am 8. Brett eingesetzter Ersatzspieler, Klaus Overhoff machte seine Sache ebenfalls bravourös. Es ist ja nicht immer so einfach, gegen Kinder mit ihren unorthodoxen Ideen abseits jedweder Theorie die richtige Linie zu finden. Klaus fand sie und eroberte eine Qualität. Das Partieende war sehenswert. Klaus verschmähte eine Springergabel, mit der er ersatzlos die Dame des Hockenheimer Nachwuchsspielers hätte einsacken können, zugunsten eines nicht zu parierenden Mattangriffs. Auf diesem Weg ließ er auch noch einen „Turmgewinn“ aus, zu Gunsten einer unparierbaren Mattdrohung – effizient beendet!
Dr. Tatjana Rubina erlebte am 3. Brett eine Partie von Seltenheitswert. Klar stand sie besser und ihr Angriff war nicht mehr zu parieren, aber als Tatjana mit Ihrem Läufer die gegnerische Dame vor dem König fesselte, entfesselte der Rennstädter eine wahre Opferorgie. Für nichts – innerhalb der nächsten fünf Züge gab er alle seine Figuren her – für nichts. Das Matt folgte prompt.
Hans Guggenheim öffnete die Stellung am Damenflügel und stellte zahlreiche Fesselungen auf. Seine jugendliche Gegenspielerin rettete sich vermeintlich mit einer kurzen Rochade aus der Bedrängnis, doch auch auf dem anderen Flügel stand ihr König ohne jeglichen Schutz. Als Hans dann auf der 7.Reihe einbrach – es drohten zwei zusätzliche Bauerngewinne – gab die Hockenheimerin auf.
Beim Stand von 6,5 – 1,5 aus Mannheimer Sicht mussten wir uns doch noch ein wenig auf das finale Ergebnis gedulden. Am zweiten Brett bekam es Dirk Eulberg mit Christian Würfel zu tun, ein sympathischer, aber durchaus ernstzunehmender und vor allem zäher Gegner. Dirk hatte sich bereits mit Schwarz eine deutliche Raumüberlegenheit erarbeitet, verpasste es jedoch, den Sack zu zumachen. Ein unvorteilhafter Bauerntausch und die verpasste Gelegenheit, seinen Turm auf der zweiten Reihe einzunisten, verschachtelten die Position so, dass die Partie mit einer Zugwiederholung im Remis endete.
Alles in allem ein lockerer Aufgalopp mit einem standesgemäßen 7 – 1 Erfolg. Leider konnte uns der SC Ketsch nicht beim Kampf um die Spitzenposition helfen, sie schafften nur ein 4 – 4 gegen Spitzenreiter SC Viernheim III. Angesichts des erneut übermächtigen Aufgebots von Viernheim für Ketsch ein Erfolg, wir hängen immer noch einen Mannschaftspunkt hinter dem Aufstiegsplatz.
Das Restprogramm in den verbleibenden zwei Spielen spricht nicht unbedingt für uns Mannheimer, zwar müssen sowohl Viernheim als auch wir noch gegen den derzeit Viertplatzierten SC Reilingen antreten, aber wir müssen in der Schlussrunde noch gegen den derzeit Dritten SC Ketsch spielen, währenddessen sich Viernheim bereits in der nächsten Runde gegen unsere Zweite – derzeit auf dem letzten Tabellenplatz – schadlos halten kann. Auch in Bestbesetzung wird unsere Zweite Viernheim kaum bezwingen können, vielleicht haben ja auch wir noch ein Ass im Ärmel wie Viernheim den Franzosen Pierre Carbonnel, der zwar immer verliert, wenn er eingesetzt wird, aber natürlich mit seiner Nominierung den Rückraum für seine Mannschaftskollegen freihält.
Mit Hans Guggenheim (5,5 aus 7), Jana Basovskiy, Matthias Iacsa (beide 5 aus 6), und Dr. Tatjana Rubina (5 aus 7) haben wir immerhin 4 Spieler(-innen) unter den Top-10 der Bereichsliga, so viel wie kein anderer Verein.

10.03.19, 19:04 von Christian Vetterolf
Letzte Änderung: 10.03.19, 19:55 von Frank Schmidt

SK Mannheim I – SC 1926 Leimen 5,5 : 2,5

Ein Bericht von Raimo Vollstädt.
 
In der 6. Runde der Bereichsliga Nord 1 hatte die Erstvertretung des SK Mannheim den Absteiger SC 1926 Leimen zu Gast. Die Leimener spielten bislang eine durchwachsene Saison und lagen vor dieser Begegnung erneut auf einem Abstiegsplatz. Dennoch haben sie einen starken Kader, der aber noch nie in der stärksten Aufstellung zum Einsatz kam.
Rolf Simikin hatte am 8. Brett bei frühlingshaften Temperaturen einen ruhigen und vor allem kurzen Einsatz, die Leimener ließen dieses Brett auf Grund eines kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfalls frei.
An den ersten beiden Brettern besaß Leimen ein deutliches DWZ-Übergewicht, und dort sollten sie auch punkten. Zunächst stellte Dirk Eulberg an Brett 2 relativ kompensationslos einen Läufer ein. Zwar quälte sich Dirk noch ein wenig weiter, aber letztlich ohne zählbaren Erfolg.
Raimo Vollstädt stellte den alten Abstand am 4. Brett wieder her. In einem Springerendspiel ließ sich sein Leimener Gegner einen Bauern nach dem anderen einsammeln, und gab auf, nachdem er selbst die letzte Leichtfigur zum Tausch anbot.
An Brett 5 steuerte Hans Guggenheim einen halben Punkt bei, in einer Partie, die wohl nie die Remisbreite verließ.
Im Familienduell Mutter und Tochter konnten heute beide voll punkten. Tatjana Rubina am dritten Brett eroberte zunächst am Damenflügel einen Bauern. Der folgende Angriff wurde mit einem Qualitäts- und somit Punktgewinn belohnt. Auch Jana Basovskiy an Brett 7 stand dem nichts nach. Ruhig aber effizient verbesserte sie Ihre Stellung, ehe sie zum entscheidenden Durchbruch ausholte.
Damit war der Mannschaftskampf bereits zu unseren Gunsten gelaufen, am 6. Brett schraubte Peter Kilthau das Ergebnis weiter nach oben. Es gelang ihm, seinen Leimener Gegenspieler am Königsflügel einzuschnüren, den drohenden Mattangriff konnte der Leimener nur noch mit Materialverlust verhindern, was ihm aber letztlich auch nicht half.
Am Spitzenbrett spielte Horst Schmidt mit fast 6 Stunden die längste Partie des Tages. Im Mittelspiel opferte Horst einen Bauern, rang jedoch im Laufe der Partie zunehmend um Kompensation. Im Endspiel taten sich in Horsts Stellung zu viele Löcher auf, die sein starker Leimener Gegner geschickt zum vollen Punktgewinn ausnutzte.
Alles in allem ein sicherer 5,5 : 2,5 Sieg, der an diesem Tag niemals in Gefahr geriet. Damit liegen wir jedoch immer noch auf dem undankbaren zweiten Platz, da sich der SC Viernheim III gegen sechs völlig überforderte Hockenheimer mit 8 : 0 schadlos hielt. Der SC Leimen verbleibt auch weiterhin auf einem Abstiegsplatz.
24.02.19, 15:59 von Christian Vetterolf
Letzte Änderung: 24.02.19, 16:39 von Frank Schmidt

SK Mannheim I – SK Chaos Mannheim II 6,0 : 2,0

Ein Bericht von Raimo Vollstädt.
 
Nach der Niederlage gegen Viernheim 3 fand die erste Mannschaft des SK in der 5. Runde der Bereichsliga Nord 1 gegen die Zweitvertretung des SK Chaos Mannheim wieder in die Erfolgsspur zurück. Gegen einen an allen Brettern nominell unterlegenen Gegner wurde ein auch in der Höhe völlig verdienter 6:2-Sieg nach Hause gefahren.
Das wichtigste vorab, keiner unserer SpielerInnen verlor heute eine Partie, eine rundherum zufriedenstellende Mannschaftsleistung.
Zunächst remisierte Horst Schmidt am Spitzenbrett, seinen Mehrbauern, der allerdings ein Doppelbauer war, konnte er auf Grund seiner ungünstigen Bauernstruktur – es war nicht sein einziger Doppelbauer – nicht in Szene setzen.
Kurz darauf gingen wir bereits durch Rolf Simikin, der am 8. Brett für den verhinderten Matthias Iacsa eingesprungen war, in Führung. Rolf übte schon früh erheblichen Druck auf den gegnerischen Königsflügel aus, um dann in Ruhe die schwarzen Bauern am Damenflügel einzusammeln. Noch ein paar Figurenfesselungen, und die Stellung des Chaoten brach endgültig auseinander. Nach drei Nullen in der Zweiten brachte Rolf die “Beförderung” hoffentlich die notwendige Sicherheit, um jetzt auch in der Zweiten zu punkten. Natürlich spielt er da viel höher in der gleichen Liga - aber heute hat Rolf das bravourös gemacht.
Schon jetzt zeichnete sich der Mannschaftssieg ab, so dass Raimo Vollstädt seine Partie gegen einen passiv eingestellten Gegner, der jede Figur sofort abtauschte, sobald sie die Mittellinie überschritt, in völlig ausgeglichener Stellung remisierte.
Hans Guggenheim baute unsere Führung weiter aus. Zunächst mit Schwarz auf dem Damenflügel angreifend, verlagerte er seine Figuren geschickt ins Zentrum, bildete einen Freibauern, um dann auf dem Königsflügel den letztlich tödlichen Stoß zu versetzen. Der auf h1 eingesperrte König wurde von Hans' Dame so geschickt Schach gesetzt, dass umfangreicher Figurenverlust für den Gegner nicht mehr zu vermeiden gewesen wäre. Mit 4 Punkten aus 5 Partien spielt Hans neben Dirk, der den gleichen Score ausweisen kann, eine ganz starke Saison bislang.
In der Partie von Jana Basovskiy kam es – in der Bereichsliga durchaus nicht alltäglich - zu einem reinen Frauenduell: Jetzige Bundesligaspielerin (Jana als Gastspielerin bei den Karlsruher Schachfreunden) gegen ehemalige Bundesligaspielerin von Chaos Mannheim. Und die Badische U16-Meisterin zeigte überzeugend, dass ihr die Zukunft gehört. Mit einem durchbrechenden Angriff am Damenflügel gewann Jana zunächst eine Qualität, um ihren Vorteil danach sicher in einen vollen Punkt zu verwandeln.
Um den Mannschaftssieg abzusichern, remisierte Tatjana Rubina im Anschluss in wohl spielbarer, aber ausgeglichener Stellung. Nach der Eröffnung lehnte sie selbst noch ein Remisangebot ab, aber ihre Angriffsbemühungen schlugen nicht durch.
Auf das nächste Ergebnis mussten die Zuschauer nunmehr geraume Zeit warten. Zwar gewann Dirk Eulberg bereits ausgangs des Mittelspiels eine Qualität, aber sein Gegner wehrte sich buchstäblich mit allen verbliebenen Mitteln, also mit seinem Läufer. Bei zwei gegen zwei Bauern, wobei Dirks Bauern blockierte Doppelbauern waren, half schließlich nur ein Rückopfer Dirks Turm gegen den gegnerischen Läufer, um die verbliebenen Bauern des Chaoten einzuholen und die eigenen unwiederbringlich in Richtung Umwandlungsfeld in Marsch zu setzen. Mit 4 aus 5 spielt Dirk ebenso wie Hans eine Riesensaison, zudem am zweiten Brett.
Als letzte Partie endete das Spiel von Peter Kilthau in einer Punkteteilung. Er hatte die Qual der Wahl, Qualitätsgewinn und Dauerschach des Gegners oder unklare Stellung. Die Chancen in der Partie lagen wohl eher auf Peters Seite, optisch immer ansprechend, allein der finale Schlag wollte ihm nicht gelingen. Aber das ist in Ordnung, Peter zeigte ein super Schach, und auch wenn es diesmal nicht zum vollen Punkt reichte, seine Form zeigt aufwärts.
In der nächsten Runde am 17. Februar haben wir im Bürgerhaus den SC Leimen zu Gast, Absteiger aus der Landesliga und auch in der Bereichsliga schon wieder mitten im Abstiegsstrudel. Vielleicht liegt es daran, dass die Leimener bislang nur drei Spieler ihres Stammachters (1-4-8) an die Bretter bringen konnten, auch sonst ziert die Rangliste eine ganze Reihe von Karteileichen. Dennoch unterschätzen sollten wir die Leimener nicht, warten wir doch noch auf den – unwahrscheinlichen – Ausrutscher von Viernheim 3.
27.01.19, 22:19 von Christian Vetterolf
Letzte Änderung: 30.01.19, 01:46 von Frank Schmidt

SC Viernheim III – SK Mannheim I 5,5 : 2,5

Ein Bericht von Raimo Vollstädt.
 
In der vierten Runde der Bereichsliga kam es zum vorentscheidenden Duell um den einzigen Aufstiegsplatz dieser Spielklasse zwischen der Drittvertretung des Bundesligisten Viernheim und der Erstvertretung des SK Mannheim, beide bislang ungeschlagen. Viernheim ließ mit seiner Aufstellung keinen Zweifel an ihren Aufstiegsambitionen, wie auch Mannschaftsführer Volker Bitsch bei der Eröffnung betonte. Nicht nur dass die Viernheimer bärenstark aufgestellt waren, es wurden mit der Aufbietung des Franzosen Pierre Carbonel an Brett 2 keine Mühen gescheut. So ergaben sich teils DWZ-Unterschiede von weit über 200 Punkten. Dennoch ist das Ergebnis deutlich zu hoch ausgefallen, die Mannheimer verkauften sich so teuer wie möglich und zwischenzeitlich lag sogar ein Sieg in der Luft.
Matthias Iacsa an Brett 8 brachte die Mannheimer dann auch in Führung, am einzigen Brett, wo wir DWZ-Vorteile aufzuwarten hatten. Er offerierte dem Viernheimer eine verlockende Springerfesselung, die sich aber als wohlpräparierte Falle erwies. Am Ende verblieb Matthias mit Mehrfigur und dem vollen Punkt. Damit führt Matthias mit 3,5 Punkten aus 4 Partien auch die Top 10 der gesamten Bereichsliga an.
Peter Kilthau an Brett 6 konnte mit Schwarz dem Druck des Viernheimer nicht standhalten. Als dieser dann auf der offenen D-Linie beide Türme und die Dame in Stellung bringen konnte, fiel Peters Stellung auseinander, der Ausgleich.
Hans Guggenheim an Brett 5 ging forsch zur Sache und platzierte früh einen Turm auf der A-Linie in den gegnerischen Reihen. Als nach einigem Geplänkel der Gefechtsrauch verweht war, blieb zwar eine optisch ansprechende Stellung, aus der aber nichts Zählbares herauszuholen war – Remis – trotzdem eine sehr gute Leistung von Hans.
Dann holte Viernheim zu einem Doppelschlag aus: Tatjana Rubina an Brett 3 vermochte Ihr Endspiel Turm + Leichtfigur mit einem Minusbauern nicht zu halten. Schmerzlicher war der Verlust Ihrer Tochter Jana Basovskiy an Brett 7. Kurz zuvor lehnte Jana noch ein Remisangebot ab und gewann einen Bauern. Buchstäblich mit dem letzten Angriffsversuch schickte Ihr Viernheimer Gegner Jana auf die falsche Fährte, die Material und so die Partie verlor.
Dirk Eulberg an Brett 2 brachte die Mannheimer wieder heran. Mit einem fein geführten Königsangriff stellte er Pierre Carbonel – immerhin mehr als 200 DWZ-Punkte schwerer als Dirk – vor unlösbare Probleme auf den G- und F-Linien. Als noch seine Dame in die gegnerische Stellung eindringen konnte, war es um den Franzosen geschehen. Ein toller Sieg für Dirk mit Schwarz!
Bei Horst Schmidt am Spitzenbrett ging es wie gewohnt wild zu. Er verblieb mit seinem König in der Mitte, um einen schwarzen Freibauern zu blockieren. Dabei stellte Horst selbst Drohungen gegen den zwar kurzrochierten, aber freigelegten schwarzen König auf. Doch sein serbischer Gegner Goran Gabric – dieses Jahr neu in Viernheim und noch ohne DWZ (ELO 2214), aber mit einer Visitenkarte von nunmehr ebenfalls 3,5 aus 4 – wusste alles zu parieren. Sah es zwischenzeitlich durchaus optimistisch für Horst aus, wendete sich zur Zeitkontrolle das Blatt zu Gunsten des Viernheimers.
Somit war endgültig klar, dass wir in diesem Mannschaftskampf ohne Punkte bleiben würden. Raimo Vollstädt an Brett 4 spielte die längste Partie des Tages, und sein Viernheimer Gegner (+225 DWZ) ist ihm gerade noch einmal von der Schippe gesprungen. Die häusliche Analyse zeigte für Raimo in der Zeitnotphase ein Läuferopfer, was der Viernheimer nicht hätte ablehnen können. Bis über +8 schlugen die Engines aus, Damengewinn oder Matt hätten auf dem Programm gestanden. Aber leider sah Raimo das nicht am Brett, sein Angriff verpuffte, und die Qualle, die er ins Geschäft steckte, erwies sich im Endspiel als zu viel – dennoch kann er mit seiner Leistung nicht unzufrieden sein.
Auch wenn natürlich noch 5 Runden zu spielen sind, es müsste schon mit einem Wunder zugehen, wenn sich Viernheim den Aufstiegsplatz noch streitig machen lassen sollte. So verbleibt den Mannheimern wieder einmal der undankbare zweite Platz, wir werden den Rest der Saison nutzen, unserer Zweiten ein wenig Schützenhilfe zu leisten.
13.01.19, 19:46 von Christian Vetterolf

Herbstmeister in der Bereichsliga – Steigerungsmöglichkeiten aber noch vorhanden

Ein Bericht von Raimo Vollstädt.

SK Mannheim I – SV Walldorf III          5,5:2,5
 
Wie es bei dritten Mannschaften so ist, eine Vorhersage über die Aufstellung zu so einem frühen Saisonzeitpunkt ist fast unmöglich. Umso mehr waren wir doch überrascht, dass Walldorf mit einer so „schlechten“ Mannschaft gegen uns antrat, zumindest auf dem Papier. Etwa 200 DWZ-Punkte weniger brachten die Walldorfer im Mannschaftsdurchschnitt mit nach Mannheim.
An den Brettern war davon jedoch zunächst nichts zu spüren. Nach der Eröffnungsphase waren noch keinerlei Vorteile bei uns zu erkennen, abgesehen vielleicht von der Partie am Spitzenbrett, wo sich Horst Schmidt den mittlerweile gewohnten wilden Schlagabtausch mit seinem Walldorfer Kontrahenten lieferte.
Früh mit einem Remis zufrieden geben musste sich Tatjana Rubina, die mit Schwarz gegen ihren über 200 DWZ-Punkte schlechteren Gegenüber nichts Zählbares aus der Partie herausholen konnte. Nach dem Abschluss der allgemeinen Eröffnungsphase hagelte es fast nur von Remisangeboten der Walldorfer.
Die Führung für uns besorgte Horst, der mit Schwarz bei weißer langer Rochade auf die eigene verzichtete und einen vernichtenden Zentrumsangriff startete. Horst führt damit mit 3 Punkten aus 3 Partien gemeinsam mit Stephan Würtele vom SC Reilingen – der dort allerdings im Mittelfeld aufgestellt ist – die Bestenliste der Bereichsliga an. Am ersten Brett 100 % ist schon eine andere Qualität.
Als nächster gewann Dirk Eulberg seine Partie. Er konnte als Weißer seine Türme auf der gegnerischen siebten Reihe verdoppeln und baute seinen positionellen Vorteil sorgsam Schritt für Schritt aus. Um den Mattdrohungen zu entgehen, musste der Walldorfer zunächst eine Qualität und im Anschluss noch einen Springer geben, das war natürlich zu viel Material.
Jana Basovskiy an Brett 7 spielte in ihrer gewohnt ruhigen, aber effizienten Art. Ihre Stellungsvorteile nach und nach ausbauend, holte sie schließlich zum entscheidenden Schlag zum 3,5:0,5 Zwischenstand aus. Manchmal sieht man gar nicht, wie Jana ihre Partien gewinnt – so leise geht es bei ihr auf dem Brett zu - ihre Stellungsbeurteilung ist aber wirklich sehr, sehr gut – 100 % bislang.
Mittlerweile war abzusehen, dass Peter Kilthau an Brett 6 seine Partie gewinnen würde. Im Rennen der Freibauern war Peter ganz entscheidend schneller, und auch wenn sein Walldorfer Gegenspieler noch lange auf verlorenem Posten weiterspielte, Peters neue Dame machte das Rennen. Wenn er es schafft, sich während der Partien von diversen schachlichen Nebenkriegsschauplätzen freizumachen, läuft es in Zukunft sicher noch besser.
Kurz zuvor gab Raimo Vollstädt seine Partie Remis. Nachdem er es nach der Eröffnung versäumte, eine Qualität zu gewinnen, geriet ihm selbst ein Bauer abhanden. Da sein Walldorfer Gegner im Endspiel kurz den Überblick verlor, wickelte Raimo in ein Endspiel K+T+Randbauer gegen K+T ab. Allerdings – dank Werners Endspieltraining – war klar, aus dem Mehrbauern war kein Kapital zu schlagen. Da läuft in dieser Saison noch nicht alles rund, der Anspruch klafft mit der Wirklichkeit noch weit auseinander.
Damit war der Mannschaftssieg bereits in trockenen Tüchern, auch wenn Walldorf durch die Niederlage von Rafael Rimpler noch einmal verkürzen konnte. In einem Bauernendspiel verfügte der Walldorfer über einen Mehrbauern, der allerdings ein Doppel-Freibauer war. Trotzdem geriet Rafael in Zugzwang, welcher die gegnerische Bauernumwandlung nicht hätte verhindern können.
Nach fast fünf Stunden musste sich als Letzter Hans Guggenheim mit einem Remis begnügen. Er erhielt – wie viele andere von uns auch – bereits nach der Eröffnung ein Remisangebot, entschied sich aber, das Leichtfigurenendspiel „guter“ Springer gegen „schlechter“ Läufer mit einem Mehrbauern weiter zu spielen. Das ist natürlich nicht so ganz einfach, und vielleicht versuchte Hans, am Ende nach fünf Stunden die Entscheidung zu erzwingen, aber Opposition ist Opposition, da half auch der zuletzt verbliebene Mehrbauer nicht.
Damit haben wir den Platz an der Tabellenspitze zumindest bis zum 13.Januar nächsten Jahres verteidigt. Mit zwei Brettpunkten Vorsprung vor dem ebenfalls verlustpunktfreien SC Viernheim III, gefolgt vom SC Ketsch mit 4:2 Mannschaftspunkten und SV Hockenheim 4 mit 3:3 Punkten, die heute knapp unsere 2. Mannschaft besiegen konnten. Den Bericht hierzu finden Sie hier.
Am 13. Januar 2019 könnte bereits der Showdown sein um den einzigen Aufstiegsplatz der Bereichsliga, wenn wir nach Viernheim reisen müssen. Den Aufstellungen nach zu urteilen, ist die Drittvertretung des erfolgreichen Bundesligaaufsteigers Favorit. Aber wer weiß, vielleicht wachsen wir im Januar ja über uns hinaus.

02.12.18, 22:23 von Christian Vetterolf
Letzte Änderung: 02.12.18, 22:28 von Christian Vetterolf